Hector Berlioz
LA DAMNATION DE FAUT - Marguerite
Salzburg / Salzburger Festspiele / 19. August 1999 (P)

© Berliner Zeitung, 21. August 1999, Seite 9 - 10, Jürg Stenzl

... Die überragende Sängerin ist Vesselina Kasarova: Man könnte sich fast durch alle historischen Aufnahmen von "D'amour l'ardente flamme" (bei Goethe einst "Meine Ruh ist hin") durchhören und würde kaum eine zweite Interpretation finden, in der sich Genauigkeit des musikalischen Textes, ein wirklich französisches Singen und perfekte Technik so völlig decken. Und das Englischhornsolo der Staatskapelle Berlin war ihr hinreissender, unsichtbarer Partner. ...

© Neue Zürcher Zeitung, Internationale Ausgabe, 21. August 1999, Seite 33, Peter Hagmann

... Es verfehlt seine Wirkung nicht, Marguerite lässt sich auf Faust ein - und hier kommt es zum allerschönsten Duett zwischen Paul Groves, der sein dreigestrichenes Cis ohne Mühe nimmt, und Vesselina Kasarova, die die rhythmisch so seltsame, von einer Solo-Bratsche begleitete Ballade vom "König von Thule" herrlich entspannt gesungen hat. Das Tête-à-tête wird bald gestört von Méphistophélès. Marguérite bleibt nur die Sehnsucht, und sie wird von Vesselina Kasarova in
berückenden Farben geschildert. ...

© Münchner Merkur, 21. August 1999, Seite 15, Markus Thiel

... Keiner der Solisten wirkt verloren, vereinsamt. Was Wunder, wenn Persönlichkeiten mit solcher Ausstrahlung zur Verfügung stehen. Denn auch musikalisch erweist sich die Salzburger "Damnation" als Glücksfall. Vesselina Kasarova, eine bildschöne Marguerite im eng geschnittenen Kleid, macht in jeder Phase das Drama dieser Frau plastisch. Eine grosse, bewegende Tragödin, die das künstlich Divenhafte meidet, durch Natürlichkeit und Wahrhaftigkeit bannt. Eine Stimme, so farbenreich und modulationsfähig, sicher geführt und ausdrucksstark, wie es sich besser, schöner kaum denken lässt. Ihre grosse Arie im vierten Teil: der Höhepunkt dieser Aufführung, der leider - verweile doch - nur fünf Minuten währte. ...

© AZ, Münchner Abendzeitung, 21. August 1999, Seite 6, Roland Spiegel

... Es ist eine ausgesprochen musikalische Inszenierung, die manchmal so wirkt, als sei die Musik nach diesen Bildern entstanden und nicht umgekehrt. Die Mezzosopranistin Vesselina Kasarova singt die Partie der Marguerite so vollendet zart und zugleich mit enormer Klangfülle, dass man vergisst, wo man ist. Sie allein lohnt schon die Reise (auch wenn sie in München schon oft gefeiert wurde). ...

© tz, Münchner Tageszeitung, 21. August 1999, Seite 16, Matthias Bieber

... Und schliesslich eine Marguerite zum Träumen, Schwelgen, Verzaubertwerden: Vesselina Kasarova fesselt schon allein durch ihre Präsenz. Und wenn sie dann auch noch den "König von Thule" singt, möchte man am liebsten ein Endlosband hören - immer wieder Vesselina. ...

© orpheus, November 1999/Festivals ‘99, Seite 70, Bernd Hoppe

... Vesselina Kasarova bietet eine superbe Interpretation dieser Partie mit idiomatischem Französisch, subtilen gesanglichen Nuancen vom zart gehauchten piano bis zum leidenschaftlichen Ausbruch. In raffiniertesten Farben ausgekostet das von ihr sehr introvertiert gegebene Lied vom "Roi de Thulé", dafür von betörend schwerem Duft und innerer Leidenschaft das "D'amour l'ardente flamme" - ein Rollendebüt von erwartet hoher Qualität. ...

© Opernglas, Oktober 1999, Seite 10, Siegfried Matuschak

... Stärkste Persönlichkeit im Gespann der Protagonisten ist Vesselina Kasarova gewesen, die als Marguerite nicht nur sicheres Stilempfinden, sondern auch grosse Gestaltungskraft und vokale Intelligenz demonstrierte. Ihre Auftrittsarie, die Ballade vom König von Thule, gestaltete sie mit anrührender Zartheit, schmachtend und zugleich hoffnungsvoll; im Liebesduett mit Faust öffnete sie die Stimme ganz, mit klaren, kraftvoll aufgebauten Tönen und üppigen Farben brachte sie das emphatische Verlangen nach dem Geliebten zum Ausdruck; in der Romanze zu Beginn des vierten Teils schliesslich mischte sie der sehnsuchtsvollen Erinnerung an Faust resignative Töne bei, und mit einem unglaublich sanften "Il ne vient pas! Hélas!" liess sie ihre Stimme im leisesten Pianissimo verhallen. Solche überragende Leistungen sind selten geworden im Festspielbetrieb, aber das Publikum weiss sie glücklicherweise noch zu schätzen und mit entsprechendem Jubel zu honorieren. ...

© Die Presse, 21. August 1999, Seite 13, Wilhelm Sinkovicz

... Erst wenn im zweiten Teil des Abends Vesselina Kasarova die Bühne betritt und aus dem Innern des sich öffnenden Zylinders ihren bestrickend schönen Gesang ertönen lässt, fühlt sich der Hörer daran erinnert, dass höchste musikalische Qualität doch auch in Salzburg noch erreichbar ist - wenn die rechten Künstler engagiert werden. Die Kasarova brachte manch innigen Ton ein, der aus anderen künstlerischen Regionen herüber zu klingen schien und vieles rundum als reichlich faulen Zauber entlarvte. ...

© Kurier, 21. August 1999, Seite 30, Franz Endler

... Vesselina Kasarova singt, als einzige Darstellerin zu wenig Gefährlichem verpflichtet, nahezu engelsrein die Marguerite. ...

© Der Standard, 21. August 1999, Seite 13, Peter Vujica

... für Vesselina Kasarova als optisch und stimmlich mit allen Nuancen der Sinnlichkeit aufwartende Marguerite, ...

© Salzburger Nachrichten, 21. August 1999, Seite 17, Karl Harb

... Sängerisch wird vieles wettgemacht. Sagenhaft: die lyrische Stimm-Artistik Vesselina Kasarovas als Marguerite, ...

© Krone, 21. August 1999, Seite 33, Karlheinz Roschitz

... Aus der Besetzung ragt Vesselina Kasarova als wunderschön singende sanfte Marguerite. Ein zerbrechliches Geschöpf, verloren in den Abgründen der Seele. ...

© Oberösterreichische Nachrichten, 21. August 1999, Seite 7, Gerhard Ritschel

... Vesselina Kasarova überzeugte vor allem gesanglich mit herrlich grossen Bögen, weichen Linien und empfindsamer Wärme. ...

© Die Welt, 21. August 1999, Seite 12, Manuel Brug

... und wo auch eine melisandenhafte, von Vesselina Kasarova traumverhalten melancholiesüss
gesungene Marguerite mit wallendem Blondhaar wohnt. ...

© Stuttgarter Zeitung, 21. August 1999, Seite 35, Mirko Weber

... In. Out. Acht Minuten, zwei Sekunden zählt der Computer. "D'amour l'ardente flamme consume mes beaux jours", singt Marguerite. Die Ruh ist hin - und Gretchens Herz ist schwer. Eine Romanze als Roman, und mit der Mezzo-Sängerin Vesselina Kasarova kann man jeden Buchstaben darin wunderschön lesen. Sie steht in der düsteren Salzburger Felsenreitschule auf der Mitteletage eines riesigen Glaszylinders. Sie trägt ein schwarzes Lackkleid und einen weissen Schleier. Sie ist sehr schön und ganz unberührbar. Sie ist ein Traum, und dieser Traum dauert acht Minuten und zwei Sekunden, dann ist er aus. ...

© Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. August 1999, Seite 41, Gerhard R. Koch

... Vesselina Kasarova sang und agierte hinreissend als Marguerite. ...