Wolfgang Amadeus Mozart
MITRIDATE, RE DI PONTO - Farnace
Salzburg / Salzburger Mozartwoche / 1997

© Salzburger Nachrichten, 28. Januar 1997, Seite 13, Karl Harb

... Vesselina Kasarovas virtuos-dramatischer, den Anforderungen auch gelenkig entsprechender Mezzo (und das ihr als einziger/einzigem zugeordnete expressive Bewegungsvokabular der Regie) machen aus dem Farnace die prallste, eingängigste, identitätsstiftendste Figur. ...

© Neue Zürcher Zeitung, Internationale Ausgabe, 31. Januar 1997, Seite 34, Marianne Zelger-Vogt

... Die interessanteste Figur aber ist für Miller Farnace, der ungeliebte ältere Sohn Mitridates, der sich mit den Römern verbündet und seinem Vater nicht nur den Thron, sondern auch die Braut streitig macht. Vesselina Kasarova gelingt es, in der Verkörperung eines wie zwanghaft agierenden, intriganten Charakters diese gestörte Vaterbeziehung zu artikulieren und die Rückbesinnung auf Ehre und Pflicht gegenüber dem König und dem Volk als ein Zurückfinden zu sich selbst darzustellen. Und ihrer äusseren Wandlungsfähigkeit entspricht die vokale, wobei erregte Bewegtheit und konzentrierte Ruhe genauso bruchlos verbunden sind wie die Register ihres unvergleichlich farbenreichen, ausdruckssatten Mezzosoprans. ...

© Krone, 28. Januar 1997, Seite 35, Karlheinz Roschitz

... Christiane Oelze und Vesselina Kasarova ragen als ungleiche Brüder Sifare und Farnace mit brillant gesungenen Arien und feiner Stilisierung des Spiels heraus. ...

© tz, Münchner Tageszeitung, 28. Januar 1997, Seite 7, Johannes Rubner

... Noch am meisten emotionale Bewegung - auch als stimmlicher Mittelpunkt - zeigte Vesselina Kasarova als erst herrlich finsterer, dann geläuterter Farnace. ...

© FonoForum, April 1997, Seite 18, Peter Cossé

... Wenn man die Salzburger Mozartwochen und damit die kommende Sommerfestspielbesetzung aus der Sicht des Dramaturgen Miller Revue passieren lässt, dann scheint eindeutig Farnace im Vordergrund zu stehen, der ältere Sohn Mitridates, im verräterischen Bündnis mit den Römern und mit frechen Thronavancen. Vesselina Kasarova gibt ihn mit der ganzen intriganten Mimik- und Stimmkompression, deren eine in Männerkleidung agierende Dame fähig sein kann. Es ist die optisch überhöhte Studie einer maladen Vaterbeziehung - und sie schafft für die im Clinch befindlichen Mitbewerber um Gunst, Zuneigung und Macht genau jene Spielräume, die der junge Mozart mit seiner artig-kunstvollen, naseweisen Musik nur andeutungsweise auszuleuchten vermochte. ...