Gioacchino Rossini
L'ITALIANA IN ALGERI - Isabella
Zürich / Opernhaus / März 1994

© Neue Zürcher Zeitung, 26./27. März 1994, Seite 55, Marianne Zelger-Vogt

... Nach der Rosina im "Barbiere" hat Vesselina Kasarova im Opernhaus eine weitere Rossini-Rolle übernommen, die Isabella in der "Italiana in Algeri": eine brillante Bestätigung dafür, dass die hochmusikalische bulgarische Sängerin zu den grössten Nachwuchsbegabungen in diesem Fach zählt. Aus dem dunklen, samtenen Kern ihres Mezzosoprans heraus entwickelt sie eine schier unerschöpfliche Fülle von Farben und dynamischen Ausdruckswerten, vom wie gehaucht pochenden Pianissimo bis zum strahlenden Forte. Makel- und schwerelos, doch in jedem Moment vollklingend die Koloraturen, zündend die Spiellaune. Temperament und Sentiment, Spritzigkeit und Innigkeit stehen hier in idealer Balance. ...


Gioacchino Rossini
L'ITALIANA IN ALGERI - Isabella
Wien / Staatsoper / Januar 1995

© Die Presse, 4. Januar 1995, Walter Dobner

... Dominiert freilich wurden sie alle - einschliesslich den auffallend gut einstudierten Staatsopernchoristen - von Renato Girolamis brillantem Taddeo, vor allem aber von Vesselina Kasarova, die mit ihrer nachgerade perfekten Gestaltung der Titelrolle so manche ihrer grossen Vorgängerinnen in dieser Rolle schier vergessen liess.


Gioacchino Rossini
L'ITALIANA IN ALGERI - Isabella
Berlin / Deutsche Oper Berlin / Februar 1995

© orpheus, April 1995, Seite 13, Bernd Hoppe

... Für die krankheitsbedingte Absage von Kathleen Kuhlmann am 11.2. wurde das Publikum mit Vesselina Kasarovas Debut an der Deutschen Oper entschädigt. Die an der Wiener Statsoper engagierte Bulgarin entzückte als Isabella mit hinreissendem komödiantischem Talent, kapriziöser Leichtigkeit und gab die Partie mit souveränem stimmlichem Aplomb. Glanzvoll schon im Auftritt des "Cruda sorte" mit resonanter, üppiger Tiefe und stupender Agilität in den schnellen Passagen, demonstrierte sie im "Per lui che adoro" hohe Gesangskultur und beglückende Stimmschönheit, um im letzten Rondo "Pensa alla patria" den Triumph perfekt zu machen. Hier war alles vereint, was brillanten Rossini-Gesang ausmacht: mühelose Virtuosität mit raffinierten und phantasievollen Verzierungen, exquisites Timbre und das charmante Lächeln in der Stimme. ...